E-Rechnung – Ein Zwischenfazit Ende 2025
Kurz bevor sich das Jahr 2025 dem Ende neigt, lohnt sich ein ehrlicher Blick auf den Stand der E-Rechnung in Deutschland und Europa. Nach Jahren der Ankündigungen, Fristen und gesetzlichen Leitplanken zeigt sich ein gemischtes Bild: Während das Thema formal angekommen ist, wird es in der Praxis von vielen Unternehmen nach wie vor aufgeschoben.
Aufgeschoben, solange es ging
Die Realität ist: Ein Großteil der Unternehmen fängt erst an sich mit der E-Rechnung zu beschäftigen, wenn eine direkte Verpflichtung zeitnah bevorsteht. Vor allem Unternehmen ohne Geschäftsbeziehungen zum öffentlichen Sektor konnten das Thema über die letzten Jahre ignorieren oder zumindest vertagen. Solange klassische PDF-Rechnungen akzeptiert wurden, bestand schlicht kein akuter Handlungsdruck.
Dieses Verhalten ist menschlich und betriebswirtschaftlich nachvollziehbar. Gleichzeitig führt es dazu, dass viele Unternehmen nun mehr und mehr unter Zeitdruck stehen und Entscheidungen treffen müssen, ohne sich wirklich sicher zu sein, welcher Weg der richtige ist.
Unsicherheit durch Standards, Syntaxen und nationale Sonderwege
Ein zentraler Grund für diese Zurückhaltung ist die anhaltende Unsicherheit rund um Standards und Formate. Begriffe wie XRechnung, ZUGFeRD, EN 16931, CII, UBL oder nationale CIUS sorgen eher für Verwirrung als für Klarheit.
Besonders kritisch wird dabei häufig gesehen, dass die europäische Norm EN 16931 im Kern lediglich textliche Leitplanken vorgibt, jedoch keinen technisch einheitlichen, verbindlichen Standard für alle Mitgliedsstaaten definiert. Stattdessen hat jedes Land die Möglichkeit, eigene Ausprägungen und Interpretationen umzusetzen. Das Ergebnis: Europaweit existieren zahlreiche nationale Varianten und jedes Land kocht sein eigenes Süppchen. Dies steht der zugrundeliegenden Idee, die Steuerhinterziehung in Europa zu verringern und Steuern auf Rechnungsebene einheitlich nachvollziehen zu können, eher im Weg und ist daher schlicht unverständlich.
Technologische Entscheidungen wirken aus der Zeit gefallen
Mit Blick auf die vorherrschenden Tools und gewählten Formate entsteht zudem der Eindruck, dass sich ein De-facto-Standard etabliert hat, der eher vor 10 bis 15 Jahren modern war und heute nicht mehr zwingend zeitgemäß wirkt.
Rechenintensive Java-Tools und XML als dominierendes Datenformat bringen nicht nur hohe technische Einstiegshürden mit sich, sondern gelten auch als vergleichsweise anfällig für unterschiedlichste Angriffsvektoren. Moderne, schlanke API-Ansätze, klar strukturierte Datenmodelle und zeitgemäße Sicherheitskonzepte sucht man vielerorts vergeblich. Wir bei finaX haben es uns gerade deshalb zum Ziel gemacht, die E-Rechnung zeitgemäß, gut dokumentiert und technisch sicher umzusetzen.
Hybrid-Formate: Gute Idee, riskante Umsetzung
Hybrid-Formate wie ZUGFeRD sollen eigentlich eine Brücke schlagen zwischen Mensch und Maschine, also zwischen einer lesbaren Rechnung und einer strukturierten, automatisiert verarbeitbaren Version.
In der Praxis bergen diese Formate jedoch ein erhebliches Risiko: Es gibt technisch keine saubere Garantie dafür, dass der menschenlesbare Teil und der maschinenlesbare Datensatz tatsächlich übereinstimmen. Abweichungen können entstehen, bewusst oder unbewusst, und sind systemseitig nur schwer bis gar nicht zuverlässig zu verhindern. Gerade im steuerlichen Kontext ist das eine Schwachstelle, die häufig unterschätzt wird.
PEPPOL: Noch wenig Relevanz – vor allem für KMU
Das PEPPOL-Netzwerk wird in vielen Diskussionen als zentrales Element der europäischen E-Rechnungsinfrastruktur genannt. In der deutschen Unternehmenspraxis hat es bislang jedoch vergleichsweise wenig Aufmerksamkeit erhalten. Die verfügbaren Statistiken für Deutschland deuten darauf hin, dass Nutzung und Durchdringung aktuell noch auf niedrigem Niveau liegen.
Ob und wann PEPPOL im deutschen E-Rechnungskontext wirklich relevant wird, ist derzeit offen. Hinzu kommt: Die Teilnahme am Netzwerk stellt insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen eine nicht unerhebliche finanzielle Hürde dar beispielsweise durch Anbindungskosten, laufende Gebühren oder organisatorischen Aufwand.
Fazit: Das Aufwachen hat begonnen
Trotz aller Kritikpunkte lässt sich zum Ende des Jahres 2025 eines klar feststellen: Die Unternehmen wachen langsam auf. Das Thema E-Rechnung wird zunehmend ernst genommen und Schritt für Schritt angegangen, auch außerhalb des öffentlichen Sektors.
Jetzt geht es darum, pragmatische, zukunftsfähige Lösungen zu wählen, die Komplexität reduzieren statt sie weiter zu erhöhen und die gesetzlichen Anforderungen zuverlässig erfüllen, ohne Unternehmen unnötig auszubremsen.
Wir bei finaX unterstützen genau dabei. Mit unserer API zur Erstellung und zum Einlesen von E-Rechnungen helfen wir Unternehmen, schnell, einfach und sicher standardkonforme deutsche E-Rechnungen zu erstellen und zu verarbeiten, ohne sich tief in technische Details oder Formatdschungel einarbeiten zu müssen. Starten Sie noch heute ganz unverbindlich mit unserem 14-tägigen Test-Key und überzeugen Sie sich selbst von der Qualität unserer API.
